Vorhaben

Posted in Blog, Blog Gedanken mit 5 Kommentare

Jan2017 08

Jetzt, da das neue Jahr schon einige Tage alt ist, darf Ihnen Capa-kaum eine Frage stellen – nein, die Frage stellen, über die es nachzudenken lohnt: Was ist eigentlich aus jenen Vorhaben geworden, die Sie sich zu Anfang des Jahres 2016 überlegt hatten? Was verlief ganz anders als gedacht, wie sehr konnten Sie selbst beitragen, das was Sie sich vorgenommen hatten zu realisieren, und wobei hatten Sie keine Chance?

Also: Capa-kaum will nicht über solch übliche Neujahrsvorhaben zum Nachdenken einladen wie etwa das Vorhaben, mit dem Rauchen aufhören zu wollen oder weniger Ungesundes zu essen oder mit Kollegen und Nachbarn freundlicher auskommen zu wollen. Die Verwirklichung liegt ja absolut bei Jedem selbst – und entweder kann man sich dann zu Silvester stolz auf die Brust klopfen oder man denkt einfach gar nicht mehr dran, was man sich ein Jahr zuvor im Überschwang vorgenommen hatte.

Nein, die Sache mit dem Leben ist doch viel komplizierter. Da mag man sich fürs bevorstehende Jahr eine Urlaubsreise vorgenommen haben oder auch ein langgehegtes Projekt zu verwirklichen. Und dann kommt, ohne dass man etwas dazu getan hat, etwas dazwischen, das alle Pläne über den Haufen wirft. Es muss aber nicht immer eine unerwartet auftretende Erkrankung oder gar ein Unfall sein, die die Lebensplanung verändern – Capa-kaum will jedoch hier die Liste der Möglichkeiten von Horrorszenarien nicht ausbreiten.

Es sollte bei diesem kurzen Innehalten jetzt, wo das neue Jahr eben begonnen hat, einmal darum gehen sich klarzumachen, wie wenig planbar unser Leben in Wirklichkeit ist – was immer man sich vornimmt, kann sich ohne eigenes Zutun, ohne eigene Schuld als Fata Morgana erweisen.

Düstere Gedanken? Die liegen Capa-kaum fern. Sehr nah ist ihm aber die Gewissheit, das Leben im Hier und Jetzt zu leben. Denn es ist allein die Gegenwart, die uns die Möglichkeit gibt, unser Leben zu gestalten. Das bedeutet keine Absage an Überlegungen und Planungen für die Zukunft – die sind notwendig, denn ein In-den-Tag-hinein-Leben, also ein falsch verstandenes „carpe diem“, bringt niemanden weiter.

Capa-kaum erinnert bei dieser Gelegenheit an seinen Wahlspruch: Aus den Erfahrungen unserer Vergangenheit schöpfen wir unsere Klugheit für die Gestaltung unserer Gegenwart und unsere Weisheit für unsere Vorhaben in der Zukunft.

Doch zur Weisheit gehört, dass Überlegungen und Planungen für die Zukunft mit dem Wissen getroffen werden, dass alles anders kommen könnte – oder eigentlich: fast immer anders kommt, alles fast immer anders verläuft als gedacht.

5 Kommentare zu “Vorhaben”

  • Linda Wöss 4. Februar 2017

    Die großen Vorhaben zu Jahresbeginn verursachen doch meistens Stress. Ich will mir keine hohen Latten mehr legen, denn es sind die „kleinen Dinge“, die mir das Leben Jahr für Jahr lebenswert machen – ein gutes Buch lesen, interessante Gespräche führen, liebevolle Beziehungen pflegen, in der warmen Jahreszeit über die Wiese in meinem Garten hinunter zum See laufen und eine Runde schwimmen …
    Aber es hat viele Jahre gedauert, bis ich diese „kleinen Dinge“ richtig schätzen gelernt habe. Wenn ich gewusst hätte, wie gut es mir dabei geht, hätte ich früher damit begonnen …

  • Aquarius 9. Januar 2017

    dankbar, für alles, was gut und schön ist. Das Unglück und Pech klaglos überwinden, um wieder den Kopf und die Sinne freizuhaben für den Genuss des Lebens.

  • Renate Skoff 9. Januar 2017

    Im Hier und Jetzt zu leben bedeutet auch, Zukunftsängste nicht zuzulassen. Man lebt im und für den Augenblick und beschäftigt sich mit dem, was gerade Sache ist. Ein gutes Konzept, das aber einiger Übung bedarf.

  • AusderTonnemitBlick...zurück 9. Januar 2017

    Wieder ein Kopf-Bauchtrenner, der denkt, er habe die Huhn oder Ei zuerst – Frage erledigt… Schließlich gehören Kopf UND Bauch in einen Organismus, der zur Selbstreflektion fähig ist – beim Handeln ist einem wohl mal mehr bewusst, dass man bewusst entschieden hat und kann dann überlegen, was genau einen in die Art und Weise des Handels trieb ODER, wenn man eher unbewusst gehandelt hat, warum genau das wohl so gut und nicht anders gewesen sein mag. Beides hat – von Handlungs-Fall zu Handlungs-Fall sich ändernd – seine Berechtigung, das macht doch das Leben interessant und einmalig… Da dies nun jeden Menschen so betrifft, ist das Anderskommen als geplant oder gedacht wohl das normale und zu den schönsten Momenten des Lebens können wir wohl die zählen, wenn Pläne von verschiedenen Menschen sich einmal nicht durchkreuzen, sondern zu einer zeitlichen und eventuell sogar örtlichen Übereinstimmung führen, das kann dann ziemlich glücklich machen, weil die Seltenheit wie Zufall anmutet. Jeder Zufall bringt uns der Schöpfung näher durch ein Gefühl der Teilhabe an ihr – ich glaube, genau das nennt man dann Glück…

  • Walter 9. Januar 2017

    Wir können unser Leben nur bedingt planen, aber da wir nicht wissen, was nach dem Leben kommt, können wir uns nur auf dieses eine – unser – Leben konzentrieren. Und das sollten wir, auch mit dem Blick auf unsere Mitmenschen und unser Umfeld, nach Deinen oben genannten Gedanken leben. Auch wenn wir vieles nicht planen können, sind wir immer wieder gezwungen zu handeln, oder sollten handeln, dabei aber immer mit der Devise: Zuerst der Kopf, dann erst der Bauch.

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Aus den Erfahrungen unserer Vergangenheit schöpfen wir unsere Klugheit für die Gestaltung unserer Gegenwart und unsere Weisheit für unsere Vorhaben in der Zukunft.

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