In der Natur des Menschen ist ein Mechanismus eingebaut, der dafür sorgt, Unangenehmes, Unabwendbares, Gefährliches zu verdrängen. Ein Vorteil, zweifellos. Weil dieser Mechanismus des Ausblendens das Weiterleben angesichts von Katastrophensituationen, unerwarteten Ereignissen oder persönlichen Schicksalsschlägen ermöglicht. So auch bei Terroranschlägen wie auch bei Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

Nun aber von allfälligen aktuellen Assoziationen zu einem noch weit vor uns liegenden Ereignis. Denn: Wie leicht ist es natürlich, weit Entferntes zu verdrängen, das kein unmittelbares Geschehen betrifft. Etwa jene Nachricht, dass im Jahr 2029 ein Asteroid mit 360 Metern Durchmesser bis auf 25.000 Kilometer der Erde nahekommt. Übrigens – ausgerechnet am Freitag, dem 13. April…

Falls der Felsbrocken von der Gravitation abgelenkt wird, was nach Expertenansicht durchaus möglich ist, könnte er sieben Jahre später direkten Kollisionskurs auf die Erde nehmen. Was dann los wäre, könnten uns die Dinosaurier erzählen, hätte nicht ein ebensolches Vorkommnis seinerzeit ihre Lebensbasis vernichtet. Übrigens ist es bloß 108 Jahre her, dass ein nur 40 Meter im Durchmesser großer Asteroid durch seinen Aufschlag weite Teile Ostsibiriens verwüstete. Aber 2029 ist weit weg und die apokalyptische Gefahr unspezifisch. Wie angenehm.

Aber nirgendwo ein Vorteil, dem nicht auch ein Nachteil gegenübersteht, muss Capa-kaum bei dieser Gelegenheit erinnern. Denn zum Nachteil wird dieser Teil der menschlichen Natur dann, wenn er dazu verleitet, Gefahren überhaupt ganz einfach zu negieren – und wenn das Verdrängen zum Lebensprinzip wird.

Immer wieder Terroranschläge mitten in Städten, in Urlaubsorten – und letzten Endes schafft es der Mechanismus doch, auch hier die unwägbare Gefahr auszublenden und das normale Leben weiterzuführen. Ist es schon so weit, dass also beispielsweise Terroristen erreichen unsere Vernunft auszuschalten? Aber ja – lasst uns also lieber über einen Asteroiden nachdenken, der vielleicht und irgendwann und irgendwo…

2 Kommentare zu “Verdrängte Gefahren”

  • Walter 14. März 2016

    Lieber Capa-kaum,
    Als großer Freund des Theaters ist Dir Nestroy`s Kometenlied im „Bösen Geist Lupazivagabundus“ bestens bekannt.In diesem Lied wird vom „Knieriem“ die Torheit der Menschen und der Verfall der Welt beklagt und der Weltuntergang, hervorgerufen durch einen auf die Erde stürzenden Kometen, vorausgesagt. „Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang, lang, lang.“
    Jetzt schaut`s schon wieder einmal danach aus, als ob`s nicht mehr lang geh`n würd. Von den 9 österreichischen Bundesländern werden`s auch nicht alle überleben, aber die Leut, die schön klein bleib`n und sich nicht wichtig machen, die ein paar Reserven haben und das nicht laut hinausposaunen, die werden den Komet`n überleben und unsere Spezies retten. Ob da Komet uns verschonen wird, das steht in den Sternen und von diesen versteh`i leider nix. Jedenfalls wünsch ich Dir, dass Du die Zeit bis zum Kome`n genießen kannst und es Dir so lange sehr gut geht.

  • Tom 14. März 2016

    Nicht vergessen: immer mehr Gewalt und Ausschreitungen bei Demonstrationen

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