Urlaubsdilemma

Posted in Blog, Blog Gedanken mit 4 Kommentare

Mai2010 25

Capa-kaums zufälliger Nachbar hat heute eine Frage aufgeworfen, die ihn und vermutlich viele Menschen in diesen Tagen interessiert: Wohin soll’s in den nächsten Wochen in den Urlaub gehen? Mit dieser einen umfassenden Frage haben sich bei dem guten Nachbarn jedoch zahlreiche weitere Fragestellungen ergeben, die Capa-kaum seinen Lesern an dieser Stelle nicht vorenthalten will – obwohl diese, zugegebenermaßen zum Teil als nicht wirklich politisch korrekt zu bewerten sind.

Da wäre einmal das klassische Urlaubsland Griechenland. Soll man den Griechen, denen schon viele Milliarden Euro hinterher geworfen werden, noch das mühsam Ersparte in die Hotels und Tavernen tragen?

Oder die Spanier. Abgesehen davon, dass die Mallorquiner die Deutschen (und gleich auch die Ösis dazu) nicht allzu sehr lieben, weil sie es (zu Recht, Anm. Capa-kaum) nicht schätzen, dass Gottschalk, Drews & Co „Malle“ als zusätzliches Bundesland vereinnahmen: Macht es wirklich Spaß, im Land der Toreros und Paellas zu urlauben, wo jeder Fünfte arbeitslos ist und hunderttausende Immobilienskelette herumstehen?

Die Italiener: Immer wieder wählen sie den Mann, der sich sogar seinen Haarersatz färben lässt und seine Macho-Männlichkeit immer wieder öffentlich darstellt, der Redakteure im Fernsehen und in den Zeitungen mundtot machen oder gleich überhaupt entfernen lässt. Soll man die blühende Schwarzgeldwirtschaft und Mafia tatsächlich durch seine wertvollen Urlaubs-Euros unterstützen?

Was wäre mit der Türkei? „Die tragen doch seit Jahrhunderten einen Dauerkonflikt mit uns Mitteleuropäern aus“, erwidert mein Nachbar resolut. Und in ein Land reisen, wo die Männer glauben, sie hätten das Recht auf moralische und physische Gewalt über die Frauen, könne überdies doch psychisch nicht erholsam sein.

Portugiesen, Marokkaner, Tunesier und Franzosen seien ob ihres herrschaftlichen, zuweilen gerade auch gegenüber Frauen herablassenden Gehabes auch nicht die idealen Urlaubsgastgeber. Von den Amerikanern übrigens ganz zu schweigen, die uns Europäern ohnedies durch Finanzmarkt-Spekulation und die Unterstützung der griechischen Korruption nun schweren wirtschaftlichen Schaden zugefügt haben – abgesehen von der derzeit mangelnden Attraktivität rund um den Golf von Mexiko. Die britischen Inseln und Island hätten sich durch die Aschewolke-Flugprobleme als unsichere Kantonisten erwiesen, Polen nun durch das Hochwasser-Ungemach.

Capa-kaum muss zugeben: Wer seine Urlaubspläne durch solch eine Brille betrachtet, der steht tatsächlich vor einem Dilemma.

4 Kommentare zu “Urlaubsdilemma”

  • bellasophia11 30. Mai 2010

    Probiert Nederland, ist leider nicht das preiswerteste Urlaubsland, aber liberal und weltoffen………

  • Retep8 27. Mai 2010

    OK, dann bleiben noch die Schweiz, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Ist’s dort wirklich billiger? (Ein Land habe ich bewusst ausgelassen :-))

    Spaß beiseite. Ich glaube von derartigen Dilemmas frei zu sein. Gebe allerdings zu, willentlich die USA während der Präsidentschaft von G.W.Bush als Urlaubsreiseziel ausgeschlossen zu haben. Wie absurd das war, zeigt sich jetzt, wo der neue Präsident, selbst die geringsten an ihn gestellten Erwartungen noch bei weitem „unter“trifft.

    Und ob unsere Urlaubs-Euros in einer Post-Berlusconi-Ära im Land der Azzurris dann besser aufgehoben sein werden, bleibt dahingestellt. Von derartigen Dilemmas (wenn nicht Vorurteilen) befallenen „bewussten“ Ferienreisenden dürften sich mit den angeführten Maßstäben die meisten Reiseziele der Welt verschließen. Selbst Urlaub im eigenen Land kann dann zur „Qualwahl“ werden. Ergo: Zu Hause ist es am Schönsten!

  • gerhard 26. Mai 2010

    Hmm, ist aber doch ein ziemlich teures Urlaubsland!

  • Retep8 26. Mai 2010

    Kommt doch alle nach Dänemark!

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