Über das Ende

Posted in Blog, Blog Leben mit 5 Kommentare

Nov2015 06

Denken wir einmal an etwas ganz Anderes, denn es gibt für uns Erdenbürger eine schlechte Nachricht: Ewig bleibt unser Universum nicht bestehen. Das muss Capa-kaum an dieser Stelle einmal klar und deutlich mitteilen – denn dessen sind sich die Wissenschaftler ganz sicher, wenngleich diese sich auch uneins sind, auf welche Weise es sich von seinem Dasein verabschieden wird.

Ohne sich in die unermesslichen Höhen mathematischer Astronomie begeben oder sich in den Tiefen des Weltalls verlieren zu wollen, bringt das für den (interessierten) Nicht-Experten naturgemäß oberflächlich bleiben müssende Studium der verschiedenen wissenschaftlichen Überlegungen eine prinzipielle Erkenntnis: Wie immer man zum Ergebnis gelangt, dass mit dem Universum irgendwann einmal Schluss sein wird – schuld daran ist jedenfalls die Dunkle Materie, jene Energie, die zuständig ist für das gegenwärtig rasend schnelle Ausdehnen unseres Kosmos. Und auf dieser Basis gibt es, so die neuesten Überlegungen der Wissenschaft, im Wesentlichen drei Szenarien, die Capa-kaum in Kurzform hier darlegen möchte.

Da wäre zuerst einmal die Variante des Big Crunch, also des „großen Zusammenkrachens“. Das ist die Annahme, dass diese Dunkle Energie irgendwann einmal immer schwächer wird – und wenn einmal die Anziehungskraft der Materie stärker ist, dann zieht sich das Universum wieder zusammen und es kommt letzten Endes zum Big Crunch. Aus die Maus.

Dann gibt es die zweite These, dass die Dunkle Materie konstant bleibt und irgendwann zum Big Freeze des Universums führt. Denn wenn sich der Kosmos immer und immer weiter ausdehnt, wird irgendwann einmal die Materie im All nicht mehr dicht genug sein, um Sterne bilden zu können. Und wenn den Sternen dieser ihr „Brennstoff“ ausgeht, friert sozusagen alles ein, bleiben kalte Restmaterie, tote Sterne und Planeten übrig, die dann ein „gefundenes Fressen“ für die Schwarzen Löcher sind. Klingt ziemlich unwirtlich.

Und drittens der Big Rip, das „große Zerreißen“ des Universums. Wenn nämlich die Dunkle Energie langsam und immer schneller immer stärker würde, dann wird der ganze Kosmos in fernen Tagen regelrecht auseinander gerissen: Zuerst flögen die Galaxien weg, dann deren Sterne und Planeten und schließlich sogar die einzelnen Atome. Eine Horrorvorstellung.

So, jetzt zum Schluss noch die gute Nachricht: Einige Zeit wird es noch dauern, bis eines dieser Szenarien eintreten wird. Der Big Crunch wird frühestens in etlichen Hundert Milliarden Jahren eintreten, wie es heißt. Der Big Freeze wird bis zu seinem Beginn überhaupt mindestens 100 Billionen Jahre auf sich warten lassen. Am schnellsten käme der Big Rip auf unser Universum zu – nämlich in bloß 30 bis 50 Milliarden Jahren.

Also: Selbst wenn wir unsere weitere persönliche Lebenserwartung dank medizinischen Fortschritts in Zukunft vielleicht noch in mehr Jahrzehnten als bisher bemessen mögen – zumindest in Hinsicht des endgültigen Endes des Universums haben wir und unsere Nachfahren der nächsten Zeit nichts zu befürchten.

5 Kommentare zu “Über das Ende”

  • Astra Müllfair 8. November 2015

    Interessante Fragen: denke, „der“ Schöpfer, wenn es ihn gibt vorausgesetzt, schöpft einfach. Vermutlich ohne Grund. Wer schöpft, hat Gründe, bestimmt. Aber er BRAUCHT keine, um überhaupt zu schöpfen. Vermute ich. Wenn ich mich in einen Schöpfer so gut es geht, versuche hineinzuversetzen… Wenn ihm das plötzlich selbst einfällt, dass er keine Gründe braucht, um zu schöpfen, braucht er auch keinen Grund, die Schöpfung zu erhalten. Als „der“ Schöpfer wäre er so und so isoliert. Weshalb die Frage nach dem Sinn seiner Existenz für ihn nicht ansteht. Die steht erst an, wenn was anderes als er selbst da und ihm ähnlich ist. Und dann ist er ja nicht mehr isoliert! Und erst dann, wenn er nicht mehr isoliert ist, steht überhaupt die Frage im Raum und auch im Raum der Zeit: ist es sinnvoll, etwas, das niemand braucht, zu schöpfen? Gleich, für wen oder was oder warum? Wenn ja, okay. Aber wenn, nein, bin dann ich, „der“ Schöpfer sinnvoll?? … Ich vermute, es wird kein nie Ende dafür geben, weil es dort, wo etwas endet, irgendwo stattdessen – eventuell mit Hilfe des Endes? , im Sinne des Energieerhaltungssatzes etwa – etwas Neues anfängt, das noch nicht erkannt und erkennbar ist. Und natürlich wird es für uns persönlich ein Ende dafür geben. Weil ja wir enden und das für uns selbst dann nicht mehr erheblich ist. Aber solange wir noch nicht geendet sind, können wir uns freuen, dass wir so endlich unendlich denken und uns selbst so denkend vorstellen können – Cool! . Leben ist eine gute Alternative. Danke für die gefundenen und gestellten und eingestellten schönen Fragen!

  • Albert 8. November 2015

    Über das Ende der Welt und unseres Universums nachzudenken ist sicherlich reizvoll. Für die daraus resultierenden Fragen ist es vom kosmologischen Standpunkt sehr wohl, vom ergebnisbezogenen Schluss jedoch irrelevant ob dies durch die 3 Bigs (Crunch, Freeze, Rip) oder andere noch zu postulierende Thesen erfolgen würde. Solange wir mit dem Modell des Urknalls arbeiten ergibt sich zwangsläufig daraus die finale Totalauslöschung. Ohne Spur eines Restes. Und da, liebe Freunde, ergibt sich für uns die Frage: Braucht der Schöpfer um seiner selbst willen eine Schöpfung? Ist seine, dann isolierte Existenz sinnvoll, ihm genügend? Kommt daher die nächste Urknall-Auslöschungsperiode
    als Glied einer endlosen Reihe solcher Vorgänge? Wird es dafür ein Ende geben?

  • Malweg 7. November 2015

    Na der Hot Spot is doch auch ein schönes Szenario!- wenn sichs da oben zu langsam zusammenbrant, kriegt das das Erd-Ding hier auch kannichalleinmachen hin…:)

  • Retep8 6. November 2015

    Bin erst 70 und Optimist. Des daleben ma noh, Haberer.

  • Paul 6. November 2015

    Bin in dieser Frage eher entspannt – wart ma’s halt ab.

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