Ach, kann das Leben schön sein mit diesen vielen praktischen kabellosen Helfern im Alltag. Wenn da nicht nur die gefühlt ständig aufladedurstigen Akkus wären: Kaum ist das Smartphone geladen, quäckt das Tablet und will neuen Saft. Ganz zu schweigen vom kabellosen Rasierapparat, der immer dann kein kabelloser ist, wenn man ihn braucht. Ist er beleidigt, weil er wegen eines kurzen Urlaubstrips ein paar Tage achtlos im Badezimmerschrank sein kümmerliches Dasein gefristet hat? Soll noch einer sagen, die Dinge hätten keine Seele…

Das Handheld-Navi, der kabellose Staubsauger, der Akku-Schraubbohrer, der Akku-Rasenmäher und und und. Sie alle verlangen scheinbar ununterbrochen, jedenfalls reihum ständig aufs Neue ihren Lebenssaft. Übrigens: Nicht auszudenken, wenn man noch ein E-Auto fahren würde… Und, uuhh bewahre: Hätte man vergessen, den Akku-Helfer zeitgerecht an die Steckdose zu kabeln…

Ja doch: Erpresser sind sie. Sie spielen aufs Übelste mit unserer Geduld und ahnen offenbar nicht, dass sie jedenfalls auch mit ihrem Leben spielen. Sie versagen allzu oft unvermittelt ganz einfach ihren Dienst und ahnen nicht, wie nah sie dabei ihrem Ablaufdatum kommen. Muss man sich das antun – nur weil’s so praktisch ist, kabellos zu schrauben, kabellos Staub zu saugen, sich kabellos zu rasieren? Die Antwort lautet schlicht und leider: Ja.

Techniker haben dazu auch noch kabelloses Laden der unzähligen Akkus entwickelt. Und damit ist es endgültig soweit, sie haben’s geschafft: Wir sind zu Sklaven der Ladestationen unserer Komfortgesellschaft geworden. Die wunderbaren akkubetriebenen Segnungen des Alltags bestimmen mittlerweile mit ihrem Lebensrhythmus unser Leben. Am Smartphone führt eben doch kein Weg vorbei, wenn man nicht das elektronische Leben an sich vorbeifließen lassen will.

Apropos Smartphone und Tablet: Die Beiden sind überhaupt besonders ausgefuchst in ihrem Bestreben, unsereins zu ärgern. Denn kaum sind sie aufgeladen und stehen also gleich wieder voll in Saft und Kraft, melden sie regelmäßig, dass sie auf 12, 14 oder was weiß ich noch auf wie viele Updates warten (weil ihr User diese eben nicht automatisch runterladen will, um kontrollieren zu können, welche speziell einfallsreichen Datenschutzumgehungen hier wieder eingeschleust werden sollen). Aber das ist eine andere Geschichte, und außerdem muss Capa-kaum jetzt endlich sein Smartphone und – halt! – eben merke ich: dazu noch das Tablet mit neuer Power versorgen…

4 Kommentare zu “Sklaven der Ladestationen”

  • Renate Skoff 18. Februar 2017

    Ich kann nicht behaupten, dass ich mich als Sklave der Kabellosigkeit fühle. Wenn man von iPhone und Tablet absieht, haben die Kabel bei mir noch nicht ausgedient. Ich sauge noch kabelmäßig Staub, höre Musik mit Kabel und sehe ebenso fern. Rasieren muss ich mich zum Glück nicht 😉 Und ein Kühlschrank, der Dinge eigenmächtig ordert, kommt mir ohnehin nicht ins Haus. Aber es stimmt schon: Unser Leben geht immer mehr in die kabellose Richtung. Inwieweit wir uns zu Sklaven dieser Bewegung machen, liegt aber immer noch bei uns (die Betonung liegt auf noch …).

  • Franzkanns 7. Februar 2017

    Gutes Beispiel was rauskommt wenn wir glauben die Technik macht uns eh alles. Heißt nicht dass ich gegen Smartphone & Co bin, sondern dass man die technischen Möglichkeiten einfach bewusst nutzen soll

  • AusderTonnemitBlick...auf ... irgendwashalt 7. Februar 2017

    Kabellose Autos, die akkubetrieben funktionieren, sind natürlich abzulehnen. Man kann auf Tretautos wechseln oder in eine ordentliche Stadt ziehen und eine Metro nehmen z.B. – Kabellose Staubsauger sind mehr oder weniger doch sehr praktisch! Sie sind superpraktisch, wenn man seine Wohnung nicht zugemüllt hat und freie Saugbahnen Standard sind. Steckdosenabhängige Rasierapparate sind unbedingt zu tolerieren. Das ist überhaupt kein Problem! – Wenn man eine Frau ist zum Beispiel. Und ein schönes Messer tut eigentlich auch seinen einwandfreien Dienst, oder diese Nassrasur, die ohnehin hautschonender ist in aller Regel und gründlicher – Sie machen den Rasierenden auch geräuschmäßig nicht so fertig, dass ihn mit 53 Jahren ein Tinnitus ereilt! Na usw. Nur Smartphones und tablets – da gibts kein Entkommen vor der Moderne – sie fordern ihren Tribut von unserer alltäglichen Lebensführung in Form von an sie gebundenen Lade-Hemmungen… hach.

  • Brigitte 7. Februar 2017

    Tja, auf den Punkt gebracht. Fluch und Segen sind so nah beieinander. Ich will den Akku-Sauger nicht mehr missen. Obwohl er noch ziemlich kurzlebig ist und auch sehr teuer. Trotzdem, ohne Kabel ist die Freiheit fast grenzenlos.

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