Sehenswert

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Nov2014 22

Capa-kaum erhält immer wieder Anfragen, welche Theaterstücke er in diesen Wochen in Berlin empfehlen könnte. Deshalb an dieser Stelle einmal eine kurze Auflistung – doch davor ein Hinweis auf die gegenwärtig in Berlin wohl außergewöhnlichste Operninszenierung: Barrie Koskys frenetisch bejubelte und fast immer ausverkaufte Interpretation von Mozarts Zauberflöte in der Komischen Oper ist ein Muss nicht nur für Opernfreunde. Die opulent gestaltete Traumwelt mit einer fantastischen projizierten Stummfilm-Comic-Darstellung, in die sich die hervorragenden Sänger perfekt einordnen, hat eine neue Dimension der Operngestaltung eröffnet. Es lässt sich nicht im Einzelnen beschreiben, was hier wie abläuft – einen Eindruck vermittelt dieser Link.

Unter den nach Capa-kaums Meinung 30 hervorstechendsten Theateraufführungen, die aktuell und in der kommenden Zeit auf den Spielplänen der Berliner Bühnen stehen und die unbedingt sehenswert sind, befinden sich übrigens viele langjährige „Dauerbrenner“.

10 Inszenierungen, die man nicht versäumen sollte:

Im Deutschen Theater bieten derzeit vor allem Samuel Finzi und Wolfram Koch in Samuel Becketts Warten auf Godot ein Kabinettstück schauspielerischer Kunst (Premiere im Sommer 2014, Regie: Ivan Panteleev). Bereits seit 2008 sind Anton Tschechows, von Jürgen Gosch inszenierte Stücke Die Möwe mit Corinna Harfouch und Onkel Wanja mit Ulrich Matthes im Programm. Ausgezeichnet auch die beiden Sartre-Inszenierungen Jette Steckels, Die schmutzigen Hände (Premiere 2012) und Das Spiel ist aus (wird seit diesem Frühjahr gespielt).

In der Schaubühne sind es zwei Inszenierungen von Thomas Ostermeier: Shakespeares Hamlet, seit 2008 gespielt und international gefeiert, mit Lars Eidinger in der Titelrolle, sowie Lars Noréns Dämonen, die 2010 Premiere hatten.

Das Berliner Ensemble hat drei bereits jahrelange Erfolgsstücke: Allen voran von Bertolt Brecht Mutter Courage und ihre Kinder mit einer hinreißenden Carmen-Maja Antoni in der Titelrolle (Regie: Claus Peymann) und Die Dreigroschenoper in der typischen schrillen Robert Wilson-Gestaltung. Dazu die Jürgen Gosch-Inszenierung von Yasmina Rezas Der Gott des Gemetzels mit Michael Maertens, Corinna Kirchhoff, Dörte Lyssewski und Tilo Nest.

Ein weiteres Dutzend Aufführungen ist, so meint Capa-kaum, ebenfalls äußerst sehenswert:

Dazu gehören im Deutschen Theater Wassa Schelesnowa und Ihre Version des Spiels (jeweils mit Corinna Harfouch) sowie Gift (Ulrich Matthes und Dagmar Manzel) und die beiden großartigen Monologstücke Tagebuch eines Wahnsinnigen (Samuel Finzi) und Ismene, Schwester von… (Susanne Wolff).

In der Schaubühne sind es Tartuffe (mit Lars Eidinger, Judith Engel und Ingo Hülsmann), Die kleinen Füchse (mit Nina Hoss) und Viel Lärm um Nichts (mit Sebastian Schwarz und Eva Meckbach) und im Berliner Ensemble Der zerbrochne Krug (mit Klaus Maria Brandauer) sowie Die Kleinbürgerhochzeit (mit Larissa Fuchs).

Dazu kommen in der Volksbühne die Frank Castorf-Version von Fjodor Dostojewskis Der Spieler (mit Alexander Scheer, Kathrin Angerer und Sophie Rois) und im Renaissancetheater der „Dauerbrenner“ Ewig jung (mit Angelika Milster. Katharine Mehrling und Guntbert Warns).

8 ungewöhnliche Inszenierungen sollen für jene, „die das Besondere lieben“, nicht unerwähnt bleiben:

Im Deutschen Theater ist die Bearbeitung von Wolfgang Herrndorfs Roman Tschick inhaltlich und szenisch exzellent. In der Schaubühne nehmen Patrick Wengenroths Nietzsche-Revue Also sprach Zarathustra und Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ebenso gefangen wie Falk Richters neueste intelligente Schauspiel-Tanz-Kombination Never Forever. Im Berliner Ensemble ist Robert Wilsons Collage Shakespeares Sonette ein kulinarisch-theatralisches Erlebnis, während das Monolog-Stück Das letzte Band Klaus Maria Brandauer Gelegenheit gibt, alle Register seines Könnens zu zeigen. Und aus den zahlreichen eigenwilligen Volksbühne-Inszenierungen sind zwei „verträglich konsumierbare“ hervorzuheben: Die (s)panische Fliege, ein völlig überdrehter Klamauk (Regie: Herbert Fritsch), und für René Pollesch-Fans House for Sale – beide Inszenierungen rund um die Ausnahmeschauspielerin Sophie Rois.

Und schließlich als Vorschau: Anfang Januar hat das Renaissancetheater Yasmina Rezas Kunst in der „Burgtheater-Besetzung“ (von 2006 – Peter Simonischek, Udo Samel, Gerd Wameling) im Programm.

Für alle weiteren Informationen ganz einfach die betreffenden Theater über Capa-kaums Menü-Button Bühnenportal anklicken.

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