Missverständnisse

Posted in Blog, Blog Leben mit 2 Kommentare

Feb2015 17

Was ist nicht schon Alles diskutiert worden über die angeblich so notwendigen Veränderungen der deutschen Schrift. Wir erinnern uns noch (hämisch) an die Einführung der so genannten Neuen Rechtschreibung, von der dann etliche Teile nach schon kurzer Zeit wieder abgeschafft und in den Kompromiss gebracht wurden, man könnte ruhig beide Formen, die alte und die neue, nach Belieben verwenden – also beispielsweise das eingangs verwendete Alles ohne weiteres auch mit kleinem Anfangsbuchstaben, also alles, schreiben.

Die Kleinschreibepuristen möchten ja ohnedies bis auf Satzanfänge, Eigennamen und sonstige wenige Ausnahmen, dass alles mit kleinem Anfangsbuchstaben geschrieben wird. Vor einiger Zeit hat nun das deutsche Goethe-Institut, also die Hüter der „echten literarischen Kultur“, buchstäblich vor Augen geführt, wohin das führen würde. Man könnte das auch einen literarisch-grammatikalischen Spaß nennen. Weshalb Capa-kaum im Folgenden eine kleine Auswahl dieser Missverständlichkeiten bietet, die messerscharf zeigen, weshalb die Trennung in Groß- und Kleinschreibung so wichtig ist…

So macht es eben einen Unterschied, wenn es heißt:

Der gefangene Floh.   –   oder: Der Gefangene floh.

Ebenso:

Vor dem Fenster sah sie den geliebten Rasen.   –   Vor dem Fenster sah sie den Geliebten rasen.

Der Junge sieht dir ungeheuer ähnlich.   –   Der Junge sieht dir Ungeheuer ähnlich.

Er verweigerte Speise und Trank. – Er verweigerte Speise und trank.

Wäre er doch nur Dichter!   –   Wäre er doch nur dichter!

Er hat in Berlin liebe Genossen.   –   Er hat in Berlin Liebe genossen.

Beschädigte Liegen in meiner Filiale.   –   Beschädigte liegen in meiner Filiale.

Ganz zu schweigen übrigens von diesen (selbstverständlich original) Goethe-Institut-Beispielen:

Die nackte Sucht zu quälen.   –   Die Nackte sucht zu quälen.

Warme Speisen im Keller.   –   Warme speisen im Keller.

Sie ist gut zu Vögeln.   –   Sie ist gut zu vögeln.

Womit Capa-kaum hofft, mithilfe des Goethe-Instituts eindeutig den Beweis erbracht zu haben, wie der Unterschied von Groß- und Kleinschreibung dazu beiträgt, Missverständnisse und Peinlichkeiten auszuschließen. Und das nicht nur am Faschingdienstag.

2 Kommentare zu “Missverständnisse”

  • Paul 27. Februar 2015

    Also … ich bin kein Kleinschreib-Aktivist (wie man sieht ;-), aber die Beispiele sind schon etwas weit hergeholt … und in anderen Sprachen kommt man mit solchen Homonymen (nein, das sind nicht die, die im Keller speisen müssen;-) auch ganz gut zurecht.

  • Aquarius 18. Februar 2015

    Gefällt mir sehr gut, wenn theoretische missverständnisse und peinlichkeiten zu mehr nachdenken verleiten. In diesem sinne bin ich natürlich für die kleinschreibung……

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