Richtige Männer, gemeint sind in diesem Fall jene Erfolgstypen mit den ihrer Ansicht nach unbeschränkten Möglichkeiten in Beruf und Freizeit, also diese im Alltag und am Arbeitsplatz besonders erkennbare Spezies sollte sich schleunigst an die New Yorker Upper East Side aufmachen, rät Capa-kaum. Denn dort, in der Luxus-Wohngegend nahe dem Central Park, in der es nur so von Spitzenmanagern und „Glam SAHMs“ (= glamuröse Stay-at-home-Moms oder einfacher: schicke Hausfraumütter) wimmelt, in der Geld und Prestige das Lebenselixier sind, also dort funktioniert die Welt noch so wie es die Macho-Gesellschaft gerne hat – streng getrennt nach den Positionierungen von Männern und Frauen.

Ans Licht gebracht hat es die amerikanische Sozialforscherin Wednesday Martin in einem kürzlich in der New York Times erschienenen Beitrag. Sie war vor elf Jahren selbst in die Upper East Side gezogen – und erlebte dort einen Kulturschock, wie sie selbst schreibt: Zustände im Leben der Frauen, die sie veranlassten, deren Situation näher zu untersuchen. Und da stellte sich heraus: Die meisten der in dem Luxusviertel Manhattans zwischen 63. und 94. Straße westlich der Lexington Avenue lebenden Frauen „funktionieren“ nach gleichem Muster. Sie sind meist um die 30 Jahre alt, besitzen Universitätsabschluss, arbeiten dennoch selbst nicht, sind mit reichen Managern aus Industrie und Finanzwirtschaft verheiratet und widmen sich der Erziehung ihrer oft 3 oder 4 Kinder („intensive mothering“, wie das im Soziologensprech heißt). Ihr Outfit muss stets passend, schick, perfekt und hervorstechend sein. Haus und Familie müssen von ihnen perfekt gemanagt werden. Sie müssen exzellente Gastgeberin bei Partys und kluge Gesprächspartnerin bei für dem Mann wichtigen Kontakten sein.

Und dafür gibt es auch Leistungsprämien für die Gute, denn „money makes the world go round“ – wie es dem Lebensprinzip der Erfolgstypen entspricht. Denn immerhin kennen die Männer das auch aus ihrem Berufsleben. Diese Bonuszahlungen orientieren sich unter anderem daran, wie viele gute Noten die Kinder schaffen, ob die Party gelungen ist oder – natürlich auch – ob im Haushalt alles zur Zufriedenheit des Herren der Schöpfung klappt. Ihre freie Zeit verbringen diese Frauen, so Wednesday Martin, im Fitness-Studio oder bei „women-only“-Lunch- und Kaffeepartys, sie organisieren Charity-Galas und gönnen sich – geduldet von ihren Männern – ab und zu „girls-out“-Nächte, in denen reichlich Alkohol (und vermutlich auch Anderes) konsumiert wird.

Geld als Tauschmittel für die selbst gewählte Abhängigkeit – das kennt man schließlich von den traditionellen Rollenbildern, aus Aristokratie und anderen Lebensmustern vergangener Jahrhunderte. Fehlt nur noch, dass die Frauen von ihren Erfolgsmännern auch für guten Sex besondere Prämien erhalten – aber das ist hoffentlich eine andere Geschichte.

3 Kommentare zu “Leistungsprämie für Ehefrauen”

  • Henry 25. Juni 2015

    Ist es das,was frauen wollen?
    Wollen die männer das wirklich?
    Eine entwicklung wie diese, ist der preis und das resultat eines
    wohllebens, in dem männer sich freizeit erkaufen!
    Nein, danke!

  • Harry 13. Juni 2015

    Beim Kaufen gehören immer zwei dazu: Der der kauft und die, die sich kaufen lässt

  • Ana 13. Juni 2015

    Die sind so peinlich und wir kämpfen seit Jahrhunderten um Gleichberechtigung. Zum Trost: irgendwann lernen ihre Männer eine Jüngere kennen und dann bekommt die die Prämien für Wohlverhalten 🙂

Kommentar senden

Jeder Kommentar wird erst nach redaktioneller Prüfung freigeschalten.
Nähere Hinweise dazu im Urheberrechtshinweis.

Zum Weiterdenken

Aus den Erfahrungen unserer Vergangenheit schöpfen wir unsere Klugheit für die Gestaltung unserer Gegenwart und unsere Weisheit für unsere Vorhaben in der Zukunft.

  • rss
  • rss
  • rss
  • rss
Info-Mail

Capa-kaum sendet Ihnen seine Info-Mails, wenn Sie hier Ihre E-Mail-Adresse eingeben.