Capa-kaum gibt an dieser Stelle eine Information weiter, die eigentlich unglaublich klingt, aber wahr ist.

Ausgerechnet Wissenschaftler von zwei der weltgrößten Gentechnik-Konzerne wurden nun mit dem Welternährungspreis ausgezeichnet, einer Art Nobelpreis für die Landwirtschaft. Neben dem belgischen Molekularbiologen Marc Van Montagu waren dies Robert T. Fraley, der Vizepräsident und Technologiechef des wegen seiner Praktiken umstrittenen Gentechnik-Konzerns Monsanto, sowie Mary-Dell Chilton, die Gründerin des Biotech-Forschungszentrums des Monsanto-Konkurrenten Syngenta.

Der Welternährungspreis (World Food Prize) ist eigentlich eine internationale Auszeichnung für Personen, die besondere Leistungen für die Verbesserung der Quantität, Qualität oder Verfügbarkeit von Lebensmitteln erbracht haben. Nun ist aber der Nutzen der Agrar-Gentechnik im Kampf gegen den Welthunger höchst umstritten, und das nicht nur nach Auffassung absoluter Gentechnik-Gegner. Denn über die Folgen der Gentechnik für Mensch und Umwelt ist nach wie vor zu wenig bekannt – Langzeitstudien fehlen fast völlig. Außerdem lehnen viele Verbraucher – aus den unterschiedlichsten Gründen – Gentechnik ab.

Das Problem für die europäischen Verbraucher: Die Kennzeichnungsvorgaben der EU sind lückenhaft. Welche Produkte mithilfe von Gentechnik hergestellt wurden, kann man im Supermarkt in vielen Fällen gar nicht erkennen. Wo etwa Monsantos Gentechnik dahinter steckt, steht meistens eben nicht auf der Packung. Zwar müssen Lebensmittel, die gentechnisch veränderte Zutaten enthalten, in der Europäischen Union seit 2004 gekennzeichnet werden. Für tierische Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Futtermittel hergestellt wurden, gilt das jedoch nicht. Das heißt, so die Organisation foodwatch: Selbst wenn eine Kuh ihr ganzes Leben lang „Gen-Soja“ gefressen hat, erfahren Verbraucher beim Kauf von Milch und Fleisch davon nichts. Dabei landen weltweit etwa 80 Prozent aller gentechnisch veränderten Pflanzen gar nicht direkt auf unseren Tellern, sondern als Futtermittel in den Mägen von landwirtschaftlichen Nutztieren.

Nun muss man wissen: Der Preis wird unter anderem von Konzernen wie Monsanto unterstützt. Und was liegt da eben näher, als dass auch der Monsanto-Vizepräsident selbst mit dieser von ihm mitgesponserten Ehrung bedacht wird…

2 Kommentare zu “Kaum zu glauben: Welternährungspreis für Gentechnik”

  • marco polo 30. Oktober 2013

    interessant dass diese information von den medien verschwiegen wurde!!

  • Sarah 28. Oktober 2013

    Was für eine Chuzpe!!!! Die sind derart unverschämt bei Monsanto, das übersteigt jede Vorstellungskraft.

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