…dass Capa-kaum dank der Wissenschaft nun eine ganz wichtige Erkenntnis gewonnen hat. Doch der Reihe nach.

Es geht um den englischen König Richard III., jenem, den William Shakespeare als Schurken und skrupellosen Machtmenschen auf dem Thron ein nachhaltiges (wenn auch historisch fragwürdiges) Denkmal gesetzt hat. Wie manchen erinnerlich sein wird, hatte man erst im September 2012 die Überreste des Königs, dem nur eine kurze Regentschaft – nämlich von 1483 bis 1485 – beschert war, auf einem Parkplatz in Leicester ausgegraben, dort, wo einst Kirche von Grey Friars gestanden hatte. Die Archäologen nahmen verschiedene Bodenproben, unter anderem auch im Beckenbereich des Skeletts. Mit einem speziellen Mikroskop wurden diese in der Universität Cambridge analysiert.

Und jetzt kommt’s: Seit Shakespeare glaubt man zu wissen, dass Richard III. nicht nur bösartig, sondern vor allem auch aufgrund einer Skoliose bucklig war. Die Wissenschaftler stellten nun fest, dass der umstrittene Herrscher noch einen weiteren unangenehmen Defekt hatte: Er litt an einer … Spulwurm-Infektion. Denn sie hatten ausschließlich bei den Proben aus dem Beckenbereich Spulwurm-Eier gefunden.

Nun muss man also wissen, dass diese Darmparasiten zum Beispiel dadurch übertragen werden, wenn sich ein Koch nach dem Gang auf die Toilette nicht die Hände wäscht. Leider ist nicht überliefert, ob der König überhaupt von seinen ungebetenen Mitbewohnern Ahnung hatte, noch – wenn ja – ob er den Koch wegen dessen mangelnden Hygienebewusstseins der seiner Meinung (und Art) „entsprechenden gerechten Strafe“ (also: Lebensverkürzung) zuführte. Davor hätte diesen auch nicht die Tatsache bewahren können, dass damals Spulwürmer im Darmleben allgegenwärtig waren.

Immerhin brachten die akribischen Wissenschaftler auch zutage, dass Richard III. wenigstens nicht an Bandwürmern gelitten hat – was ja damals auch eine durchaus übliche Möglichkeit war. Aber, so scheint’s, der vermeintlich Spulwürmer übertragende Koch hat abseits der Hygiene wenigstens sein Handwerk ordentlich ausgeübt, und seinem Herrscher offensichtlich Fisch und Fleisch stets wirklich gut gar gekocht vorgesetzt.

Und was ist jetzt mit Capa-kaums eingangs erwähnter Erkenntnis? Na, jedenfalls ist nun offensichtlich, dass uns dank unserer hoch entwickelten wissenschaftlichen Methoden nichts mehr, aber auch gar nichts mehr verborgen bleibt. Nicht einmal mehr als ein halbes Jahrestausend zurück liegende Spulwürmer im Gedärm eines Königs.

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