Sportarena

SportarenaFußball-Schulden

Spielschulden sind Ehrenschulden, sagt man. Und was ist mit Sportschulden? Das frägt man sich angesichts der nun erfolgten „positiven finanziellen Mitteilung“ von Manchester  United. Englands Fußball-Rekordmeister konnte, so heißt es, 2011 den Umsatz um mehr als 10 Prozent auf 209 Millionen Euro steigern. Allerdings: Der Schuldenstand des Klubs beträgt satte 524 Millionen- noch immer, denn Ende 2010 waren es 606 Millionen Euro. ManU befindet sich damit in „guter Gesellschaft“, etwa mit den spanischen oder italienischen Spitzenklubs. Und eben erst laufen die Rettungsbemühungen für Schottlands Rekordmeister Glasgow Rangers, der kürzlich Insolvenz anmelden musste. Dennoch werden allerorten in Europas Spitzenfußball unglaubliche Millionenbeträge für Spieler und Trainer ausgegeben – was kostet die Welt? Manchester United wird übrigens 2012 den Schuldenstand wohl wieder vergrößern, ist man doch aus der Champions League rausgeflogen und spielt nur in der weit weniger lukrativen Europaliga.

Schon wieder Doping

Liegt es nur an den immer mehr verfeinerten Methoden, Dopingsünder zu finden, oder wird einfach mehr gedopt? Diese Frage kann man sich angesichts des jüngst aufgeflogenen deutschen Dopingskandals stellen. Nach den hohen Wellen, die die Dopingaffären um die österreichischen Wintersportler in Turin, um Radprofis, Leichtathleten und das Wiener Blutaustauschlabor geschlagen haben, hat die nationale deutsche Anti-Doping-Agentur Nada offenbar versucht, das ruchbar gewordene Thema rund um einen Erfurter Sportmediziner jahrelang klein zu halten. Nun aber lässt sich nichts mehr vertuschen. Etwa 30 Sportlerinnen und Sportler sollen ihr Blut beim Erfurter Arzt Andreas Funke einer verbotenen Bestrahlung unterzogen haben. Darunter: Die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, die eben erst einen langen Kampf gegen die Doping-Kommissare mit dem Argument gewonnen hat, sie leide unter angeborenen Blutanomalien. Mehr noch als die Causa Pechstein erregt aber die Tatsache, dass die Nada bereits 2007 über die Blutbestrahlungen (deren Wirkung übrigens zweifelhaft ist) unterrichtet war, die Angelegenheit aber jetzt erst über ARD-Journalisten ins Rollen kam. Man erinnert sich an die aufgeregten Verurteilungen deutscher Anti-Doping-Experten, als Dopingsünder in Spanien, Frankreich und Österreich aufflogen – und dagegen mehr als vier Jahre Stillschweigen? Ebenso wie in dem lange kleingeschriebenen Fall Jan Ullrich – nach langem Hin und Her wurde der frühere deutsche Radprofi vom internationalen Sportgericht nun verurteilt und ihm auch sein 3. Platz bei der Tour de France 2005 aberkannt.

Neue Methoden nötig

Der winterliche Eklat um mögliche Torfehler von Österreichs Skistar Marcel Hirscher wurde zwar schnell beigelegt – doch das Faktum bleibt: Im Spitzensport wird es dort, wo nicht die Uhr oder das Maßband für klare Verhältnisse sorgen, für Schiedsrichter, Torrichter und Beobachter immer schwieriger, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Mühsam musste etwa Hirschers Weg um die Slalomstangen über Fernsehbilder rekonstruiert werden; ähnlich geht es im Fußball – wo zwar durch TV-Bilder geklärt wird, ob ein Ball im Tor oder die Attacke tatsächlich ein Elfmeter-würdiges Foul war, wobei aber die zuvor im Spiel getroffene Schiedsrichter-Entscheidung unumstößlich bleibt. Auch aus anderen Sportarten gäbe es genügend Beispiele. Grundsätzlich scheint in vielen Sportverbänden die moderne Zeit an den Funktionären vorüber gegangen zu sein. Es wären ausreichend technische Mittel vorhanden, um Tatsachenentscheidungen schnell und sicher zu treffen – Kameras, elektronische Chips, Infrarotmodule, Sensoren. Aber noch immer werden Menschen mit Aufgaben betraut, die sie angesichts immer schneller und komplexer werdender Abläufe nicht bewältigen können. Nötig sind neue Methoden, um zu fairen, raschen und richtigen Entscheidungen zu gelangen, auch wenn es die alten Funktionäre (wie im internationalen Fußballverband) nicht wahrhaben wollen.

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