Medienszene

MedienszeneParallelslalom zu schwer

Ein Gustostück besonderer Art lieferten die Eurosport-Kommentatoren Sigi Heinrich und Frank Wörndl beim Parallelslalom in Moskau. Man könnte doch annehmen, dass die beiden Routiniers nach jahrelanger Berichterstattung Kenntnisse genug haben, um diesen – zugegeben raren Bewerb im Ski-Weltcup – schadenfrei zu kommentieren. Aber: Die Konkurrenz war für sie zu schwer. Beide verstrickten sich im Reglement, das sie sichtlich nicht verstanden hatten (obwohl Wörndl schon vor einem Vierteljahrhundert selbst ein solches Rennen bestritten hatte). Sie begriffen während der ganzen Übertragung nicht, dass sich doch die Startgates im jeweils zweiten Lauf nach den Zeitrückständen des ersten Laufs unterschiedlich öffneten. Sie bejubelten also den schnellen Start derjenigen, die aus dem ersten Lauf zwei, drei Zehntelsekunden Vorsprung mitgebracht hatten – und bei denen sich daher das Startgate auch um diese Zeitspanne früher öffnete. Und sie wunderten sich, dass jemand die Wertung gewann, obwohl er/sie doch im zweiten Durchgang viel knapper vorne lag als der/die Andere im ersten Lauf. Nicht nur manchen Läufern war also der Parallelslalom zu schwer, auch den Spezialisten bei Eurosport. Ärgerlich, sollte man doch meinen, dass gerade bei diesem Spartensender Experten am Werk sind.

Der tiefe Fall der TV-Ikonen

Ein klangvoller Name schützt in der Fernsehwelt nicht vor einem Absturz. Johannes P. Kerner, Harald Schmidt, Günther Jauch und jetzt Thomas Gottschalk. Die Liste der Flopper ist nun endgültig komplett. Selbstüberschätzung gepaart mit Konkurrenzdenken und der Lust, es anderen beweisen zu wollen, getrieben von der Fehleinschätzung der Programm-Macher – so lautet kurz gefasst die Diagnose dieser Quoten-Katastrophen. Der einst kultige Harald Schmidt dümpelt bei Sat1 oft unter der Millionengrenze, Kerner hat nach seinen treuen ZDF-Zusehern bei Sat1 nun schon alles Renommee verloren und Gottschalk startete seinen neuen Vorabend-Talk zwar mit mehr als vier Millionen Sehern, von denen sich aber innerhalb weniger Tage die meisten wieder anderen TV-Genüssen zugewandt haben – der „Große Blonde“ muss sich mittlerweile mit weniger als eineinhalb Millionen Zusehern zufrieden geben. Wie Jauch in diese Liste passt? Er hat zwar einen Großteil der Seher auf dem ARD-Sonntags-Talk-Platz noch bei sich, schlingert allerdings im Nirvana des Halbwissens, wenn es um harte Fakten in Politik und Wirtschaft geht und zeigt damit, dass er plötzlich fehl am Platz ist. Womit er sich nahtlos in die Reihe seiner TV-Ikonen-Kollegen stellt.

Facebook: Raus aus dem Netzwerk

Fundstück aus Facebook – man muss in unserer Informationsgesellschaft manchmal eben auch dramatische Schritte setzen. Da schreibt jetzt nämlich Facebook-Freund G-Th. B.: „Liebe Leute! Aus persönlichen, familiären und auch organisatorischen Gründen muss ich meine Aktivitäten im Netz erheblich reduzieren. Bereits in den vergangenen Wochen war ich nur noch 1-2 Stunden täglich online. Bei einer gestrigen Durchsicht meiner Facebook-Gruppen kam mir die Einsicht, dass es schlicht nicht mehr möglich ist sich an über 80 Gruppen sinnvoll aktiv zu beteiligen. Daher werde ich den Großteil der Gruppenmitgliedschaften beenden. Davon wird auch diese Gruppe betroffen sein. Wer mir zum einen oder anderen Thema glaubt noch eine wichtige Nachricht schicken zu müssen, kann das gerne per PM tun.”

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