Es war ein richtiger Kampf, der sich da an diesem mild-sonnigen April-Nachmittag abspielte.

Vor Capa-kaum das verschämt ankommende Grün der Blätter, hinter ihm langsam um den See Flanierende und ab und an das Surren der Räder und das Trappeln der Gesundheitsläufer. Doch plötzlich begann dieser Kampf im Biergarten, kaum einen halben Meter entfernt.

Drei Sperlinge waren es, die sich um eine Brotkrume balgten. Nein, eigentlich war es keine Krume, sondern ein veritables Stück Brot, beinahe so groß wie der Kopf des Sperlings, der sich in diesem Kampf soeben durchzusetzen schien. Noch gaben die beiden anderen nicht auf, aber er, der dieses Brotstück so fest in seinem Schnabel hielt, machte nun alle Anstalten, sich damit in die Lüfte zu erheben.

Noch verhinderten das die beiden anderen, aber es wurde immer deutlicher, dass sie gegen ihren Widersacher um diese wertvolle Beute wohl keine Chance habe würden. Und tatsächlich: Dieser riss sich nun endgültig von den beiden anderen los, machte ein paar flinke Flügelschläge und begann hektisch in die Höhe zu gleiten.

Doch, wie so oft im Leben: Wer sich zu Großes vornimmt, stürzt leicht ab, scheitert an seinem Vorhaben. Der Sperling entschloss sich letzten Endes, nicht abzustürzen, sondern seine ihm viel zu schwere, große Beute sein zu lassen. Das Brotstück fiel auf den Tisch des Biergartens, der Sperling entflatterte an einen anderen Ort.

Wäre er ein philosophischer Vogel, wüsste er, wie richtig er damit handelte: Nur wer Ballast abwirft, kann sein Leben neu gestalten, zu neuen Chancen aufbrechen.

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