Wer in Berlin lebt oder in nächster Zeit einen Trip in die deutsche Hauptstadt plant und überdies noch kulturinteressiert ist, dem kann mit einer aktuellen „Must see in Berlin“-Kulturliste geholfen werden – entstanden aus Capa-kaums eigenem aktuellem Rundblick in Theatern und Ausstellungen.

Theater (mehr zu den Inszenierungen über den Menüpunkt „Bühnenportal“):

– Absolut nicht versäumen darf man ein besonderes Erlebnis im Berliner Ensemble: Die aus Wien nach Berlin abgewanderte großartige Stefanie Reinsperger im „Kaukasischen Kreidekreis“ von Bertolt Brecht. In der Hauptrolle als Grusche Vachnadze geht sie bis an ihre physischen Grenzen in Wut, Schmerz und Verzweiflung – begleitet von einem exzellenten Ensemble.

– Wie man Astrophysik, dunkle Energie und schwarze Löcher mit drei Brüdern und der – im Verlauf des Abends immer schrecklicher werdenden – Lebenslüge eindringlich und eindrucksvoll verbinden kann, wird im Gorki-Theater in „A Walk on the Dark Side“ kunstvoll vor Augen geführt. Yael Ronen hat mit dem Ensemble wieder einmal eine Inszenierung geschaffen, bei der das Lachen im Hals stecken bleibt.

– Wer Lars Eidinger als Hamlet in der Schaubühne noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Eine Inszenierung, die seit mittlerweile zehn Jahren weltweit für Furore sorgt (bisher schon mehr als zwei Dutzend Gastspiele von Sydney und Seoul bis Buenos Aires und Teheran), und ein paranoider Hamlet, der in seinem Irrsinn beklemmend furchterregend ist.

– Boulevard und Klamauk mag nicht jedermanns Sache sein, aber das Renaissancetheater wird auch Skeptiker bekehren. In „Mord auf Schloss Haversham“ wird so outriert, dass sich die Balken biegen, und kein nur erdenklicher Theatergag ausgelassen. Ein Spiel im Spiel, gefüttert mit bestem britischem Humor, eine Theaterkomödie, in der die Schauspieler voll Lust am Nonsens agieren.

Ausstellungen:

– Ein grandioses Multimedia-Ereignis ist die Bilderschau „Von Monet bis Kandinsky – Visions Alive“ in der Alten Münze (Molkenmarkt 2, täglich 10 – 20 Uhr). Aus dem Trubel der Großstadt findet man sich im abgedunkelten Ambiente entschleunigt in einer spektakulären Bilder-Musik-Welt, in der die Werke von 16 der bedeutendsten Künstler der „Klassischen Moderne“ durch intelligent animierte Projektionen in Details und Hauptelementen so nahegebracht werden, wie es in Museen nicht möglich ist.

– Dass man Ausstellungsstücke, Bilder und Objekte, auch in anderem Zusammenhang als üblich präsentieren und damit Impulse für Fragen zu Zeit und Kulturen geben kann, beweist die Ausstellung „Hello World – Revision einer Sammlung“ im Hamburger Bahnhof (Montag geschlossen). Eine ungewöhnliche Kunstreise von Indien und Bali bis Andy Warhol und Joseph Beuys.

– Die Topographie des Terrors ist zwar ohnehin ein Fixpunkt für Geschichtsinteressierte, bis Oktober ist dort aber – in gewohnt akribischer Aufarbeitung – die Dokumentation über den von der Nazi-Führung eingerichteten Volksgerichtshof zu sehen. Besonders beklemmend: Die Tondokumente der Verhandlungsführung des berüchtigten Präsidenten Roland Freisler.

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