Im Umbruch

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Apr2018 06

Es ist ein so gern gesagter Satz: Wir leben in ständigem gesellschaftlichen Wandel. Ja, natürlich stimmt das, aber man muss hinzufügen: Dieser Wandel aber geschieht langsam, man könnte sagen: schleichend, und wird daher, wenn überhaupt, nur in Einzelstücken als Mosaiksteinchen bemerkt, ohne dass das aus diesen Mosaiksteinchen entstehende Gesamtbild gleich erkennbar ist. Wohin dieser dynamische Prozess, diese „Gesellschaft im Umbruch“ führt, können also auch Zukunftsforscher mit noch so plausiblen Modellen nicht wirklich voraussagen. Denn was vielleicht im Jahr 2030 oder 2050 sein kann, ist von zu vielen Unsicherheiten geprägt.

An dieser Stelle ein semantischer Hinweis zu „Gesellschaft im Umbruch“. Der Begriff „Gesellschaft“ kommt bekanntlich von gesellig, umschreibt damit also die soziale Komponente unseres Lebens. Und für den Begriff „Umbruch“ sind nicht nur Sozialwissenschaftler, sondern übrigens auch alte Medienleute zuständig. Sie kennen ihn vom Zeitungsmachen, heute heißt das: Layout. Und da möchte Capa-kaum ansetzen.

„Umbruch“ hat für alte Journalisten eine interessante Konnotation: „Umbrechen“ war früher der Vorgang in der Endproduktion, bei dem „die Seite mit den gelieferten Texten und Bildern gestaltet wurde“. Also: „Aus vorhandenem gutem und brauchbarem Material wurde etwas Neues gemacht“. Wenn also eine „Gesellschaft im Umbruch“ ist, sollte das in Capa-kaums Verständnis heißen, dass etwas Neues im Sinn von Positivem entsteht.

Wenn das so einfach wäre, denn nähert man sich, wie es sich bei diesem Thema gehört, dieser Frage aus der Sicht der Soziologie, sieht es schon anders aus. Da wird nämlich festgestellt: Gesellschaftliche Umbrüche können genauso als Ausdruck einer positiven wie auch einer negativen Entwicklung verstanden werden. Können ebenso Fortschritt oder Modernisierung bedeuten wie Krise oder Entfremdung. Es ist die Frage, was wir daraus machen.

Denn wie festgestellt: Umbruch heißt auch – und Capa-kaum folgt als Medienmann gern dieser Deutung: Aus vorhandenem Guten Neues schaffen. Dafür ist es notwendig, offen zu sein für unsere Umgebung, Probleme unserer Gesellschaft vorurteilsfrei in Wort und Tat anzupacken – also: Auf diese Weise mitzugestalten in der aktuellen Gesellschaftspolitik.

Denn: „Der Mensch existiert nicht nur in der Wirklichkeit, sondern auch in der Möglichkeit und schöpferisch kann er nur werden, wenn er die Nahtstelle zwischen diesen beiden Welten findet.“

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