Wieder einmal Silvester. Glockenschläge und Feuerwerk um Mitternacht, Sekt oder gar Champagner in der Hand. Undvielleicht denkt nach den folgenden Zeilen Mancher dabei daran, dass er gleich in den ersten Sekunden des neuen Jahres etwas für seine Gesundheit getan hat. Ja, Capa-kaum kann diese frohe Botschaft verkünden.

Es ist ihm nämlich gerade zeitgerecht eine Studie in die Hände gefallen, beziehungsweise auf den Computerbildschirm geraten, die uns völlig neue Horizonte eröffnet. Forscher der britischen Universität Reading haben erfreulicherweise herausgefunden, wie man dem altersbedingten Gedächtnisverlust entgegenwirken könnte: Durch den Genuss von Phenolen, jenen Radikalenfängern, die die Signalübertragung im Gehirn verbessern – und zwar durch die Stimulation bestimmter Proteine, deren Funktion im Alter häufig abnimmt.

Lassen wir beiseite, dass einige Phenole durch Destillation aus dem Teer von Kohle gewonnen werden. Wenden wir uns lieber dem erfreulicheren Bereich der Phenole zu, dem auch die Tannine angehören, jene Aromen, die hauptsächlich in den Schalen und Kernen von Weintrauben vorkommen und zum Beispiel für den Geschmack und Geruch von Wein oder Schaumwein zuständig sind. Da sind wir nämlich bei der Frohbotschaft angelangt: Am besten geeignet, um Phenole aufzunehmen, ist, so stellen die Forscher fest, der Konsum von zwei Gläsern Champagner. Allerdings – und das mag Einigen eine schlechte Nachricht sein – nur pro Woche…

Die im Schaumwein enthaltenen Phenole könnten jedenfalls, so die Forscher, die Entwicklung einer Demenz aufhalten und insbesondere das räumliche Erinnerungsvermögen verbessern. Schon bisher kannte man die positive Wirkung eines moderaten Konsums von Rotwein aufgrund der darin enthaltenen Flavonoide. Zwar sind auch im Weißwein nützliche Phenole enthalten, die britischen Forscher haben aber nun im Laborversuch herausgefunden, dass die für den Champagner verwendeten Rebsorten weitaus mehr davon enthalten als bisher angenommen. Zumindest zeigten ältere Labormäuse nach sechswöchiger Champagner-Zufuhr eine deutlich verbesserte räumliche Gedächtnisleistung als die Kontrollgruppe.

„Im Wein liegt die Wahrheit“, sagt der Volksmund, meint aber offensichtlich etwas anderes als die britischen Wissenschaftler, die vielleicht aus dem Grund, den der Volksmund meint, davor zurückschrecken, eine Konsumempfehlung abzugeben. Und das obwohl der positive Effekt phenolhaltiger Lebensmittel wie Heidelbeeren oder Kakao erwiesen ist. Die Fledermaus-Arie „Trinke Liebchen, trinke schnell“ könnte damit jedenfalls in Seniorenheimen neue Bedeutung erlangen – obwohl es doch am Ende heißt: „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“…

4 Kommentare zu “Zu Silvester ein Glas für die Gesundheit”

  • Lilli Salander 28. Dezember 2017

    Ach, welch frohe Botschaft hör ich da! Kakao mit ein wenig Champagner glattrühren, mit einer Heidelbeere dekorieren – und gesundgenießen! Auf ein gutes 2018, und danke für die immer interessanten Berichte!

  • Der Kaiser aus Wien 28. Dezember 2017

    Lieber Capa-kaum, wenn wir uns dann noch regelmäßig einige von Johannes Huber in seinem aktuellen Buch empfohlenen Natto Kapseln einwerfen, können wir noch länger dem Treiben auf unserem blauen Planeten zusehen und reflektieren. Fein, oder? Ich wünsche dir das Beste für 2018 und freue mich weiterhin auf spannende Texte aus deiner „Feder“.
    LGvKaW

  • aquarius 28. Dezember 2017

    Welch erfreuliche wissenschaftliche Erkenntnis 🙂

  • 28. Dezember 2017

    Na dann, cincin!

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