Jetzt, in der vorweihnachtlichen Kaufrauschzeit, bieten Prospekte, Postwurfsendungen und Inserate jede Menge an Ideen für Geschenke – jedenfalls zumindest dafür, wie wir unser Geld für Dinge ausgeben können, die wir vielleicht noch nicht haben. Etwa einen Schlafphasenwecker.

Ja, genau! Solch ein Gerät aus der Fülle der elektronischen Produkte ist es, das doch offenbar eine Marktlücke entsprechend füllt. Denn: Wer will nicht dann aus dem Schlaf geweckt werden, wenn es biorhythmisch passt? Und deshalb hat sich Capa-kaum auf dem Markt umgesehen, um an dieser Stelle Tipps für den Kauf (oder Nicht-Kauf) zu geben.

Die Werbung für diese 150- bis 200-Euro-Spezialwecker klingt beeindruckend: „Schlafphasenwecker ermöglichen es, am Morgen aufzuwachen und sich ausgeschlafen, frisch und munter zu fühlen. Sie ermitteln den passenden Weckzeitpunkt zwischen den verschiedenen Schlafphasen und verhindern somit das Wecken zu einem für den Schlafenden „falschen“ Zeitpunkt.“

Diese Freude – denn wer kennt nicht das Gefühl, aufzuwachen und sich nicht wirklich erholt zu fühlen? Doch dank der gefinkelten Software ist damit Schluss. Der Schlafphasenwecker registriert nämlich die verschiedenen Phasen des Schlafens – der Tiefschlaf sorgt für die größte körperliche Erholung, in den Leichtschlafphasen sind wir mit unserem Bewusstsein näher am Zustand des Wachseins. Wer während dieser Phasen erwacht, fühlt sich ausreichend ausgeruht. Und deshalb weckt der Wecker genau dann. Wie er das macht? Er misst je nach System entweder die Gehirnaktivität oder die Bewegungen im Schlaf, die während der Leichtschlafphasen stärker sind. Fürs Erstere benötigt man Sensoren, die am Kopf angebracht werden – ein wenig unangenehm. Deshalb hat sich Variante 2 durchgesetzt: Armbänder, die getragen werden und entweder direkt, über ein Standgerät am Nachttisch oder mithilfe einer Handy-App Körpersignale verarbeiten. Nach einiger Zeit weiß dieser Wecker sogar besser als man selbst über den üblichen Schlaf- und Biorhythmus Bescheid…

Das gegenwärtig Ultimative ist ein solcher Sleeptracker, der unabhängig voneinander zwei Personen wecken kann. „Eine Person kann durch eine ansteigende Weckmelodie geweckt werden, die die andere schlafende Person in der Tiefschlafphase nicht hört und so ungestört weiterschlafen kann“, heißt es zumindest in der Werbung. Ein anderer Sleeptracker arbeitet mit einem unter die Matratze geschobenen Sensor und zusätzlich mit der Lichttechnologie, nützt damit – wie es beschrieben wird – die unterschiedlichen Wellenlängen der Farben für den Einschlaf- und Aufwachmodus.

So weit, so eindrucksvoll – allerdings: Wer um 2 Uhr nachts ins Bett geht und um 6 Uhr früh wieder raus muss, wird wohl auch trotz des Schlafphasenweckers nicht wirklich frisch und munter aus dem Bett klettern. Und das größte Hindernis für diese schöne, neue elektronische Schlafphasenwecker-Welt besteht ohnedies für alle, die morgens pünktlich am Arbeitsplatz sein müssen: Es bleibt doch Glückssache, ob die Leichtschlafphase gerade zu dem Zeitpunkt da ist, wenn man aufstehen muss.

2 Kommentare zu “Wecken, wenn’s am besten ist”

  • AusderTonnemitOhr..amHerztresor 11. Dezember 2017

    Ein Traumzerstörer! – Das hat Konsequenzen, die bis zur Selbstvernichtung der Menschheit reichen.
    Nieder mit Schlafphasenweckern – Es lebe die Traumarbeit!

  • Linda Wöss 11. Dezember 2017

    Mein Wecken wird durch mein Vorhaben bestimmt. Da ist ein Schlafphasenwecker Illusion.

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