Immer wieder sind es die sogenannten „kleinen Dinge des Lebens“, die – so man sie beachtet – innehalten lassen in diesem Stressgewirr des Alltags und die Augen öffnen können, wie schnell aus Schmerz Freude entstehen kann, wie einfach es doch ist, Einsamkeit in das Gefühl des Gebrauchtwerdens zu verwandeln. Womit Capa-kaum bei einer Beobachtung angelangt ist…

Es war, als würde der kleine, braunweiß gefleckte Hund mit den überlangen Schlappohren etwas erwarten, das auf ihn zukommen möge. Man hätte meinen können, er fühle sich hoffnungslos einsam, denn seine Augen fixierten ohne Unterlass jene Richtung, aus der die Menschen auf ihn zustrebten. Er schien mutterseelenallein in diesem Gewühl der ihre übervollen Einkaufswagen geschäftig vor sich her Schiebenden, die an diesem späten Nachmittag dafür sorgten, dass der Einkaufsmarkt so bevölkert war als gäbe es hier Kostenloses abzuholen.

Der kleine Hund, der so still dasaß, fand keine Beachtung – nicht einmal Kinder, die von ihren Müttern oder Vätern an ihm vorbezogen wurden, schauten zu ihm. Denn ihr Augenmerk richtete sich auf die ihm gegenüber befindliche Regalwand, die übervoll mit Spielkonsolen und Computerspielen eine viel größere Verlockung darstellten als er, dieser kleine, stille Hund mit der frechen Schnauze und den traurigen Augen.

Wie fühlt man sich, wenn man gern gebraucht würde, jedoch vergeblich darauf wartet, dass man von jemandem gewollt wird?

Doch dann kam dieser kleine Junge mit dem tränenüberströmten Gesicht. Sein Vater hatte sichtlich Mühe, ihn davon abzuhalten wieder los zu weinen über etwas, das für ihn in diesem Augenblick wohl das Schrecklichste der Welt war. Da traf der Blick des Jungen auf ihn. Er lief die paar Schritte auf ihn zu, und ehe sein Vater noch etwas sagen konnte, hatte er ihn schon in seinen Armen und drückte ihn an sich. Der Junge ließ keinen Zweifel daran, dass er seinen neuen, braunweiß gefleckten Freund nicht mehr hergeben würde. Und dass sein Schmerz mit einem Mal verflogen war.

Und so hinterließ der kleine Schlappohrige, der nun plötzlich so sehr gebraucht wurde, an diesem Tag tatsächlich eine Lücke in diesem Supermarkt. Denn in dem Regal, in dem er gesessen war, gab es nun nur noch Tiger, Affen und Katzen, jedoch keinen Plüschhund mehr.

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