Die Wochen vor Weihnachten – das ist die Zeit, wo im Handel das große Geld gemacht werden soll/muss. Jede Menge Veranstaltungen, in denen versucht wird, angesichts der drohenden Sparwellen den potentiellen Käufern doch noch schnell das Geld aus der Tasche zu locken. Da meint Capa-kaum jedoch gar nicht die Weihnachts-, Advents- oder Christkindlmärkte – wie immer diese Glühwein-Punsch-Events in den verschiedenen Örtlichkeiten auch heißen mögen.
Nein. Ärgerlich findet Capa-kaum nämlich jene Veranstaltungen, wo man noch Eintritt dafür zahlen muss, dass man dort dann zahlen soll. Für Holzschnitzereien aus Südtirol oder Afrika, für Textilien aus der Dritten Welt oder dem Waldviertel, für Bio-Produkte und bodenständige Wurstwaren. Meist sind es 5 oder 6 Euro, die dem Eintrittswilligen einfach so abgefordert werden.
Die Veranstalter jener Märkte, die meist in stillgelegten Industriehallen, baufälligen Großgaragen oder in Sport- und Veranstaltungshallen stattfinden, ersinnen dafür, dass sie einen Obolus für den Eintritt ins das Reich des Kaufens fordern, immer neue Namen für ihre temporären Standplätze. Wie etwa Markt der Kontinente oder Importmarkt. Oder gar den Euphemismus Heldenmarkt, wo in Berlin und Stuttgart an Adventwochenenden „Shopping für Weltverbesserer“ geboten wird. Der Eintrittspreis in diese Wunderwelt des, wie es heißt, „nachhaltigen Konsums“ beträgt trotz der guten Tat für die Welt die üblichen 6 Euro.
Die Veranstalter kassieren damit doppelt ab: Bei den Händlern für die Standmiete und bei den Kaufwilligen einfach fürs Reingehen. Von günstigen Angeboten für den vorweihnachtlichen Kauf kann da nicht mehr die Rede sein. Jetzt wartet Capa-kaum nur noch auf den Tag, an dem auch beim Eingang in ein Shopping-Center allein fürs Betreten gleich einmal ein paar Euro abgeknöpft werden.


